Inhalieren befreit die Atemwege
Doch was passiert genau beim Inhalieren? Spätestens seit der Corona-Pandemie hat jeder wohl schon einmal etwas von sogenannten Aerosolen gehört. Genau auf diese winzigen Partikel kommt es beim Inhalieren bei Schnupfen und Husten an: Beim Einatmen feinster heißer Wassertröpfchen im Wasserdampf werden die Schleimhäute in den oberen Atemwegen befeuchtet, die Nasenschleimhaut schwillt ab.
„Das hat den Effekt, dass sich hartnäckig festsitzender Schleim in den Nasennebenhöhlen verflüssigt und dann leichter abfließen oder abgehustet werden kann“, erklärt Prof. Dr. med. Thomas Deitmer, HNO-Arzt und ehemaliger Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.
Durch die Reinigung haben Krankheitserreger zudem weniger Chancen, sich auf den Schleimhäuten weiter anzusiedeln. „Inhalieren kann bei allen Beschwerden der oberen Atemwege Linderung verschaffen, wie etwa bei Husten, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen und auch Kehlkopfentzündungen“, so der HNO-Experte. „Bei hochakuten, schmerzhaften Entzündungen sollte man jedoch mit Wärmeanwendung zurückhaltend sein.“
Wichtig für die Einordnung: Ob Inhalieren dazu beiträgt, dass eine Erkältung schneller abklingt, ist wissenschaftlich bislang nicht eindeutig belegt. Ein Cochrane-Review fand für das Einatmen erwärmter, befeuchteter Luft keinen klaren Nutzen, aber auch keinen eindeutigen Schaden. Auch die hausärztliche Leitlinie zum akuten Husten weist darauf hin, dass für nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Inhalationen bislang keine gesicherten Wirksamkeitsnachweise vorliegen.
Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung kann die Inhalation heißer Dämpfe laut Leitlinie „Rhinosinusitis“ dagegen als unterstützende Maßnahme empfohlen werden. Viele Menschen empfinden sie außerdem schlicht als wohltuend – und dagegen spricht bei richtiger Anwendung nichts.